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Man braucht auch Gespür – Wie der Nationalpark Donau-Auen Facebook einsetzt

  • Was kommt bei Facebook gut an?
  • Was bringt auf Facebook nichts?
  • Wie kann eine Facebook-Seite Ihre Öffentlichkeitsarbeit ergänzen?

Interessante Antworten darauf finden Sie in meinem Interview mit Erika Dorn, Mitarbeiterin für den Bereich “Besucher & Kommunikation” beim österreichischen Nationpark Donau-Auen.

Welche Rolle spielt die Facebook-Seite für den Nationalpark Donau-Auen?

Wir sind im Herbst 2010 mit unserer Facebook-Seite gestartet. Nach einer recht kurzen „Latenzzeit“ mit wenig Resonanz begannen Fanzahlen und Feedback kontinuierlich zu steigen. Mit knapp 1.000 Fans (Stand Anfang Mai 2011), die eifrig kommentieren, können wir jetzt sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war unseren Webauftritt um Facebook zu erweitern.

Dies hat in unserer schon bisher intensiven Öffentlichkeitsarbeit einen neuen Kommunikationskanal eröffnet. Ziel und Zweck des Nationalpark Donau-Auen ist nicht Gewinn und Absatzsteigerung, sondern vielmehr Akzeptanz – und Facebook bietet eine hervorragende Möglichkeit, dieses Schutzgebiet mit seine Aufgaben und Anliegen zu verankern.

Bekommen Sie auch im echten Leben Feedback auf die Seite?

Direkt auf die Seite angesprochen werde ich selten, aber der Erfolg ist dennoch spürbar – weil die Menschen auf Facebook mit uns interagieren! Sie „liken“ Inhalte, kommentieren Einträge, stellen Fragen und posten auch zunehmend Eigenes mit Nationalpark-Bezug wie etwa Fotos, die sie in den Donau-Auen geschossen haben.

Neben den „klassischen“ Möglichkeiten, den Nationalpark zu kontaktieren, wie Telefon und E-Mail, haben wir auf unserer Homepage schon lange ein Gästebuch. Dieses wird jedoch im Vergleich zu Facebook kaum genutzt. Dies zeigt uns, dass wir mit der Facebook-Seite offensichtlich Menschen, die durchaus Interesse am Nationalpark Donau-Auen haben, dort abholen wo sie bereits sind und ihnen nun ein Forum bieten.

Gibt es etwas, was Sie bei Ihrer Facebook-Seite überrascht?

Das meiste Feedback und zahlreiche „Gefällt mir“ erhält man natürlich für Hübsches, Nettes und Skurriles – etwa kurzen Infos zu kommenden Events, prächtigen Naturfotos und dergleichen. Doch etliche unserer Fans sind mittlerweile durchaus auch an „Hintergrundinfo“ und tieferen Inhalten interessiert. Der Nationalpark Donau-Auen berührt ja in seiner vielschichtigen Arbeit auch Themenbereiche, die sperrig sind oder auf öffentliche Kritik stoßen.

Die Möglichkeit, Sachverhalte dazu direkt auf Facebook zu transportieren, ist natürlich begrenzt, aber mittels Verlinkung zu Website und Blog oder auf externe Seiten kann man entsprechende Info liefern. Dies wird genutzt und die Fans posten unterstützende Kommentare. Man könnte sagen, es bildet sich eine „Insider-Community“ aus – was ganz in unserem Sinne ist, da wir BotschafterInnen für unsere Nationalpark-Arbeit in Naturschutz und Umweltbildung benötigen!

Welche Voraussetzungen sollten Ihrer Meinung nach gegeben sein?

„Eingelesen“ ist man in Facebook rasch – die Bedienung ist wirklich kinderleicht. Was man benötigt ist einiges an Zeit – die Seite muss täglich und laufend gepflegt werden. Speziell Feedback der Fans soll im Auge behalten und bedient werden. Dieser Freiraum muss der/dem entsprechenden Mitarbeiter/in im Unternehmen gelassen werden.

Und man braucht auch ein bisschen Gespür. Publizieren um des Publizierens willen bringt nix – das kann nach hinten losgehen, weil es vielleicht den einen oder anderen Fan übersättigt. Aber wenn es was Passendes zu sagen gibt – sofort online damit, und zwar offen, schnörkellos und ohne die üblichen PR-Phrasen.

Der Nationalpark bietet auch seit 2008 einen Weblog an. Haben Sie neben Medienarbeit auch schon mal an Blogger Relations gedacht?

Ein spannender Themenkreis abseits unserer klassischen Pressearbeit, dem ich mich zukünftig verstärkt widmen möchte!

Für mich als langjährige Referentin von Social Media-Workshops ist Frau Mag. Dorn ein echter Glücksfall. Wie kaum eine andere Kundin, setzt sie absolut jeden meiner Tipps sofort in die Praxis um. Ende 2008 buchte mich die PR-Expertin und ehemalige Journalistin  für einen Individual-Workshop, Ende 2010 für ein individuelles Social Media-Coaching.

Alle Adressen des Nationalparks Donau-Auen:  www.donauauen.at www.facebook.com/donauauen blog.donauauen.at Foto vom Nationalpark Donau-Auen: Popp

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