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Twitter oder Facebook – was eignet sich besser für Krisenkommunikation?

“Was, die Flughäfen twittern wirklich? Und wieso nicht Facebook statt Twitter?“ Diese erstaunte Aussage kam von einem guten Freund, als ich ihm von meiner Twitter-Analyse der vom Schneechaos betroffenen Flughäfen Frankfurt, Paris, London und Brüssel erzählte.

Noch mehr Krisenkommunikation mit Social Media: Wie Flughäfen im Schneechaos twitternWütende “Fans”: Wie mit Shitstorms auf der Facebook-Seite umgehen! Jetzt lesen>

Meine Antwort: Weil Twitter viel schneller und unmittelbarer ist. Und weil das Internet wegen des Chaos auf den Flughäfen nicht mehr funktioniert hat. Nur die Leute mit Smartphones hatten Zugang zu Online-Infos.

Ich gebe zu, mit der Antwort war ich nicht ganz zufrieden. Danach lag ich sogar einige Stunden wach im Bett. Schön, denn jetzt kann ich auch Ihnen eine bessere Argumentation liefern.

Wieso ich Twitter für den besseren Kommunikations-Kanal in der Krise halte:

  1. Im Gegensatz zu Facebook, kann Ihnen ein Kunde in Not über Twitter jederzeit einen Hilfeaufruf – mittels @IhrTwitterKontoName – senden. Er braucht nicht erst Fan der Facebook-Seite zu werden. Will heißen, es ist nur ein Twitter-Konto erforderlich und er muss Ihren Twitter-Kontonamen kennen.
  2. Ein Twitter-Konto ist viel schneller erstellt, als ein Facebook-Profil. Reisende haben wegen der Schneekrise auch Hunderte Konten angelegt, nur um Twitter für die schnelle Kommunikation zu nutzen. Worauf ich mich bei dieser Behauptung stütze: Wenn man ein neues Twitter-Konto erstellt, ist das Twitter-Ei als Profilbild voreingestellt. Nutzt man Twitter regelmäßig, ersetzt man dieses schleunigst durch ein attraktives Bild seines eigenen Konterfeis. In der gegenwärtigen Schneekrise haben die von mir beobachteten Flughäfen Hunderte von neuen Followern gewonnen, die eben durch ihre Eierkopf-Bilder leicht zu identifizieren sind.
  3. Die Begrenzung auf 140 Zeichen hat in der Krise große Vorteile: Jeder muss seine Nachricht auf das Wesentliche reduzieren. Das spart Zeit: beim Lesen und beim Beantworten! Und Zeit ist bekanntlich nicht nur in der Krise Geld!Der größte Vorteil gegenüber Facebook bleibt für mich die Suchbarkeit. Jeder Twitter-User kann über den Hashtag – das Rautezeichen – blitzschnell nach aktueller Information zu einem bestimmten Begriff suchen. Haben Sie schon mal eine befriedigende Suche auf Facebook erlebt? Eben! Gerade in Krisensituationen, kann man sich auf Twitter schnell einen absolut aktuellen Überblick verschaffen. Das schafft selbst Google nicht!
  4. Ich hatte es schon in meiner Analyse erwähnt: Twitter ist ideal für Unternehmen, die im Falle des Falles – in unserem Fall der Krise, mit Kunden weltweit kommunizieren müssen.

Twitter-David gegen Facebook-Goliath

Wenn wir uns jetzt auf den deutschen Sprachraum konzentrieren, bleibt das K.O.-Argument, dass Facebook mit rund 16, 3 Millionen Usern in Deutschland und Österreich aufwarten kann, wogegen sich Twitter mit kolportierten 350.000 deutschsprachigen Konten recht mickrig ausnimmt (Stand Herbst 2010).

Aber, seien wir realistisch, wer ist denn Facebook-Fan eines Flughafens? Ich hab nicht einmal gewusst, dass Flughäfen schon “im Social Media unterwegs sind”. Aber vergleichen Sie einmal die aktuellen Zahlen.

Frankfurt Flughafen – Facebook: 1.586  / Twitter: 1.073
Paris Airports – Facebook: 3.339  /  Twitter: 1.839
Heathrow London – Facebook: 2.662/ Twitter: 44,391

Von den 570.000 Millionen Facebook-Usern können sich die drei Flughäfen gemeinsam nicht einmal eine promille-dicke Scheibe abschneiden.

Heathrow fällt mit der hohen Twitter-Follower-Zahl aus dem Rahmen. Logisch: Hier handelte es sich um eine tagelange Totalsperre des wichtigsten europäischen Flughafens. Dementsprechend viele Passagiere waren betroffen. Und die sind nicht Facebook-Fans geworden, sondern eben Twitter-Follower. Außerdem wurde für jeden Besucher der Twitter-Seite von Heathrow gleich ersichtlich, dass ihnen dort aktiv mit Information weitergeholfen wird. Das hat zum Anstieg beigetragen.

Tipp: Jedes Unternehmen kann natürlich selbst entscheiden, wie es diese Kanäle einsetzt.
Der Flughafen von Frankfurt und Heathrow schlagen sich wirklich wacker. Gratulation.

Entsetzt, nicht nur nicht überrascht, bin ich davon, wie Paris Airports während der Krise auf der Facebook-Seite kommuniziert haben. Krise? Was für eine Krise? Stattdessen finden sich dort launige Teaser für die Artikel aus dem aktuellen – und wirklich exzellenten – Flughafen Magazins Paris LIFESTYLE! In dem Sinne: Oui, c’est Paris!!!

Haben Sie noch mehr Argumente, die für Twitter sprechen?

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