Ein verregneter, kalter Morgen am letzen Montag im August, welcher Zeitpunkt könnte sich besser für das Auflisten meiner Lieblingsärgernisse im Social) Web eignen:
1) Automatische Twitter-Nachricht nach Abonnieren
Ja, die moderne Online-Technik, bzw. einige Gratis-Onlineservices machen es möglich: Twitterfollower automatisch selbst zu folgen, um einerseits der ungeschriebenen Etikette zu genügen (du liest mich, ich lese dich). Andererseits aber wohl auch, um ihnen eine automatische Nachricht in die Twitter-Mailbox zu senden. Meist mit uninspirierten Inhalten wie: Danke fürs Followen, besuchen Sie auch meine Webseite xyz.
Meine Ansicht: Wenn Sie diese Möglichkeit nutzen möchten, dann überlegen Sie doch bitte auch, ob Sie einen Link mit Mehrwert zur Verfügung stellen könnten. Zum Beispiel zu Ressourcen, die nur Ihre Followers erhalten.
2) Wahllose Gruppen/Seiteneinladungen auf Facebook & Xing
Das wird langsam zum größten Ärgernis: Facebook-Friends (oder gar andere) laden mich in Gruppen oder zu Seiten ein, zu denen ich keinerlei Bezug habe. Nein, ich will nicht Fan eines mir unbekannten Hotels, mich nicht ansprechenden Destination oder gar einer Fischessergruppe aus Bayern werden!
Meine Ansicht: Wenn Sie als Privater oder für Ihren Betrieb solche Einladungen versenden, überlegen Sie vorher ganz genau, inwiefern der “Beitritt” für die Angeschriebenen interessant ist. Ist die Seite für den Empfänger unterhaltsam, inspirierend, witzig? Nicht vergessen, was wir als witzig empfinden, kann ganz schön unterschiedlich sein. Gibt es einen geografischen oder inhaltlichen Bezug?
Was an Social Media auf den Wecker gehen kann… Photo credit: Alvimann from morguefile.com
3) Sinnlos-Meldungen per Blogkommentar
Nein, Kommentarspam kommt nicht nur aus gewissen Ländern. Auch richtige Leser bemühen sich um einen Link, indem sie einen Sinnlos-Kommentar im Weblog veröffentlichen (lassen möchten).
Meine Ansicht: Wenn Sie in Blogs oder auf einer Facebookseite einen Link zu Ihrer Webseite “postieren” möchten, überlegen Sie vorher, wie Sie diesen in einen mehrwertstiftenden Kontext verpacken können. Nur so werden Blogger Ihren Kommentar veröffentlichen. Und nur so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf den Facebook-Link klickt.
4) Freundschaftsanfragen von Unbekannten auf Facebook
… oder Leuten, die man längst vergessen hat. Okay, ich habe bisher in sechs Ländern gelebt, auf drei Kontinenten studiert und werkte in vielen verschiedenen Firmen. Da ist Facebook eine wunderbare Möglichkeit, mich wieder mit den Leuten von damals zu verbinden. Aber ich bin überhaupt nicht scharf auf Kurzzeit-Verehrer aus der Schulzeit oder auf alle Absolventen meiner Massen-Fakultät.
Meine Ansicht: Es gibt auf Facebook persönliche Profile und Seiten. Kunden und Gäste sollten nicht Freunde sein, sondern Mitglied (“Fan”) Ihrer Seite.
5) Unliebsame Fotoüberraschungen in Facebook
Jenseits des Kindheitsalter sind Fotos von sich selbst immer mit einem kleinen Schrecken verbunden. Natürlich ist es schön, wenn uns jemand auf einem in Facebook veröffentlichten Foto markiert. Aber nur, wenn wir darauf vorteilhaft aussehen.
Meine Ansicht: Eitelkeit hin, Eitelkeit her: Stellen Sie Fotos von Kunden und Gästen sowie deren Kinder möglichst nicht ohne schriftliches Einverständnis (auch der Eltern) ins Netz . So bleiben Sie auf der sicheren Seite. Nutzen Sie die Facebook-Fototagging-Funktion nur im Freundeskreis oder in absolut webaffinen Umfeldern. Wenn ein unvorteilhaftes Foto von Ihnen getaggt wurde, entfernen Sie die Markierung!
6) Auf Facebook per Chat kontaktiert werden…
wenn ich gerade in einer Besprechung oder in einem Workshop bin. Meistens bleibe ich ruhig. Schließlich bin ich eine routinierte Vortragende. Aber es nervt trotzdem. Natürlich können meine Facebook-Freunde nicht wissen, wann es gerade unpassend ist.
Meine Ansicht: Nur weil es die Chatfunktion gibt, Hand aufs Herz, Chatten tut man doch nur mit Freunden oder? Überlegen Sie, ob es E-Mail nicht auch “tut”.
7) Kontaktanfragen von Unbekannten völlig Wahllosen auf XING
Schön, dass manche so gerne neue Leute per Xing kennen lernen. Schön, dass manche mein Xing-Profil ansprechend finden. Aber wo bleibt die Verbindung? Für mich ist Xing ausschließlich mein Kontakteverwaltungssystem.
Meine Ansicht: Man weiß nie, wie andere eine Plattform nutzen. Wenn Sie auch von solchen Anfragen genervt sind, dann verxingen Sie sich einfach nicht. Ich weiß, dass manche Ratgeber behaupten, das gehöre nicht zum guten Ton. Aber ist denn eine wahllose Anfrage nicht auch stillos?
Soweit eine Liste ohne Priorisierung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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Super Artikel, ich versteh deinen Frust. Aber fast für jeden Punkt gibt es abhilfe.
Punkt 1
Solchen Usern, entfolge ich sofort. Entweder er nimmt sich die Zeit für eine echte Nachricht oder belässt es.
Punkt 2 (Facebook)
Es stört mich nicht das ich eingeladen werde, die Entscheidung liegt ja bei mir ob ich beitrete. Ich kann jede Einladung mit 1 Klick entfernen.
Punkt 3
Ok das finde ich übel, das gibt es aber leider auch vermehrt auf Facebook.
Punkt 4
Auch hier gibt es ignorieren! Deine Ansicht teile ich nicht ganz was privat & beruf betrifft. Auch hier gibt es die Möglichkeit zu selektieren mittels Listen. Wenn ich was privates für meine echten Freunde poste, dann wähle ich die Liste “Echte Freunde” usw. Es ist zwar etwas Aufwand, aber macht sich bezahlt.
Punkt 5
Ok, auch hier bin ich deiner Meinung
Punkt 6
Einfach bei Chat auf Optionen und dann auf “Offline gehen” klicken. Somit kann dich keiner mehr anchatten und du wirst auch nicht als online angezeigt!
Punkt 7Ist ein Problem, auch hier gibt es die Möglichkeit diese zu ingnorieren.
Ich seh das Ähnlich wie mit dem E-Mail SPAM der ärgert mich auch, aber ich muss damit leben. Daher ärgere ich mich über sowas nicht mehr!