Diese Nachricht fand ich letztens in meiner Mailbox:
"XYZ Hotel ist jetzt auch auf Facebook. Besuchen Sie uns."
Ja, Tourismusverbände und Hoteliers haben 2009 Facebook entdeckt. Gerade seit Facebook die Unternehmens-Fanpages in den normalen Nachrichten-Stream der User "verschoben" hat, ist das auch viel versprechender. Das ist erfreulich, und ich kann jedem Hotel raten, darüber nachzudenken, ob und wie eine Facebook-Seite Sinn für den eigenen Betrieb Sinn machen könnte.
Die Frage ist, wie finden Sie dafür auch wirklich "Fans"? Sicher nicht mit der Nachricht von oben. Das ist so als würde ich sagen:
"Ich mache eine Party. Kommen Sie auch."
Würden Sie kommen? Nein, sicher nicht. Erst muss ich Ihnen vermitteln, wieso Sie kommen sollten. Was Sie davon haben. Was Sie erwarten können. Ob es ein Motto oder einen Anlass gibt. Was für gute Getränke und Snacks ich Ihnen anbieten werde. Wer die anderen Gäste sind. Etc. etc.
Tourismus-Unternehmen werben gerne um Facebook-Fans, indem Sie Wochenenden, Flüge, Gutscheine oder Kameras verlosen.
Das ist prinzipiell kein schlechter Ansatz. Aber ist es auch der Beste? Letztendlich ist das so als würde ich Sie zum Besuch meiner oben erwähnten Party locken, indem ich nachfüge, dass es ein Gewinnspiel gibt. Das ist sicher nicht genug! Damit kann ich eher nur die Schnorrer ansprechen!
Bevor Sie eine (touristische) Facebook-Seite umsetzen, sollten Sie Antworten auf folgende Fragen finden:
- Wieso sollte man unser Fan werden?
- Was hat Ihr Fan von der Gruppenzugehörigkeit?
- Ist der einzige Nutzen, dass Sie Rabatte & Aktionen anbieten?
- Wie oft werden Sie Content veröffentlichen?
- Was ist der Unterschied zu Ihrem Newsletter, bzw. Twitter-Account?
Der Kern ist immer: Wie können Sie Facebook zur interaktiven Vermittlung Ihres USPs einsetzen? Oder: Wie kann ich auf Facebook meinen USP transportieren?
Denn nur dann macht der Einsatz wirklich Sinn!
UPDATE: Ich selbst habe ziemlich lange mit der Umsetzung meiner Seite gewartet,
weil ich selbst keine Antworten darauf hatte. Jetzt geht es bei meiner ganz neuen passion PR-Seite
um die praktischen Web 2.0-Fragen meiner Facebook-Fans, meiner
Newsletter-Abonennten und meiner Blog-Leser. Jeder kann mir seine Frage
zur Umsetzung von Web 2.0 im Tourismus schicken, die ich dann auf der
öffentlichen Facebook-Seite beantworte, statt per E-Mail oder im Blog. Werden Sie Teil von passionvienna on Facebook
Was meinen Sie? Welche Erfahrungen haben Sie mit touristischen Facebook-Seiten gemacht? Sie können sich mit einem Konto Ihrer Wahl anmelden und gleich einen Kommentar schreiben.
Lesen Sie auch:
- Lohnt sich Facebook im Tourismus – aktuelles Interview mit mir
- Hotel 2.0 im Weissen Rössl – wie innovative Hoteliers mit dem Social Web umgehen
- Web 2.0 im Tourismus – wie lange noch ein Thema?
- November-Newsletter: 55 x Twittern im Tourismus
- Oktober-Newsletter: Wie kann der Tourismus von Social Media profitieren
- Folgen Sie mir auf Twitter (keine Party – aber aktuelle Tipps, die ich nicht im Blog & Newsletter veröffentliche
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Wir haben als TUI Österreich Twitter und Facebook im Einsatz.
Prinzipiell läuft Facebook besser, mehr Kommentare, mehr Reaktionen.
Twitter ist ganz nett, allerdings meiner Meinung nach auch Spielwiese für Selbstverliebte, sprich: kein Feedback, wenig sozial, lieber lesen sich die Leute anscheinend selbst als wirklich auf Tweets einzugehen. Schade eigentlich.
Erstmal vielen Dank für den Beitrag. Ich bin bei Twitter noch ambivalent. Im B2B-Bereich funktioniert es gut. Da erinnert es mich sehr an die Anfänge der Blogger-Szene. Jeder ist wohlwollend, empfiehlt gerne weiter, hat viel Lob zu vergeben.
Ich finde über Twitter zB Kollegen, Tipps, Blogs, die mich inspirieren, auch wenn sie nichts mit Tourismus zu tun haben.
Aber wie kommt es auch ein wenig, wie eine eigene Clique vor. Letztendlich ist die große Mehrheit nicht drinnen. Da teile ich Ihre Meinung.
Hallo Karin,
das mit dem “vielversprechender” stimmt ned ganz – und kann pauschal nicht so gesagt werden
Siehe hier: http://www.tourismuszukunft.de/2009/11/aenderung-des-facebook-newsfeed/
Lg Florian
Hallo Florian, danke für deinen Beitrag. Wie gesagt: Viel versprechender! Das ist weder 100 Prozent erfolgreich noch eine Pauschale. Ich bin also ganz bei dir.
Und Facebook kann das natürlich jederzeit wieder ändern! Dann heißt es wieder: Was hat der Fan davon, mein Fan zu sein. Letztendlich wird immer nur die Antwort darauf den Erfolg bestimmen!
Nur ein paar meiner Gedanken zu den zahlreichen How-To, die man in den letzten Monaten zum Thema Tourismus und Facebook von unterschiedlichsten Consultern, Beratern und sonstigen Experten lesen konnte. Ich sehe zwar dauernd Fragestellungen und Thesen, in der Regel aber wenig bis gar keine Antworten. Und lassen wir bitte die Kirche im Dorf: Das Thema USP ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für die Masse der Unterkünfte schon mal die erste Herausforderung – und die hat mit Facebook gar nichts zu tun. Contentschlagzahl die nächste Aufgabe – da ist eine Destination oder Portal schon mal leicht im Vorteil, da gibt es einfach viel mehr Neuigkeiten und Wissenswertes. Manchen Hotels fällt halt einfach wirklich nur das von Karin eingangs zitierte “Ich bin hier, komm zu mir” ein. Und zuletzt läuft es wie bei allen anderen Marketingkanälen auch auf FB nicht ohne Zeit, Knowhow, Energie und/oder Geld. Wir haben zur Zeit auf http://www.facebook.com/urlauburlaub über 4.150 Fans – dafür aber vier Monate gebraucht.
Hallo Thomas,
aber Hallo über 4000 Fans… Das ist doch ziemlich gewaltig. Oder nicht? Und NUR in vier Monaten? Wow!
Da sind wir also anderer Meinung: Ein Hotel hat meist genauso viel zu erzählen wie ein Tourismusverband. Aber vielleicht oft noch weniger Ressourcen.
Ich sehe das genauso wie du: Auch wenn die Nutzung der diversen Web 2.0-Plattformen gratis ist: Der sinnvolle Einsatz ist mit viel Zeit, Energie und damit Geld verbunden.
@Karin: Dein Wort in Gottes Gehörgang – nein, noch besser in die Gehörgänge der Branche. Ich höre immer wieder: “Facebook kostet doch eh nichts, warum sollen wir da an irgendeine Agentur Geld zahlen” Aber eine Fanpage bauen und erfolgreich betreiben sind zwei grundverschiedene Paar Schuhe.
@Karin: Der Tourismusverband Hochpustertal betreibt wie die meisten Destinationen auch eine Fanpage (facebok.com/ConsorzioAltaPusteria). Wir betreiben diese vorerst allerdings rein italienisch-sprachig und verzichten zunächst ganz bewusst auf die zweisprachig oder sogar mehrsprachigen Varianten, um gezielt unsere italienischen Gäste anzusprechen.
Am 12. Dezember findet im Hochpustertal das Erste Facebook Fantreffen statt. Alle Teilnehmer an diesem Treffen erhalten den Skipass zum Preis von 15 € und sind zu einem gemeinsamen Aperitiv sowie einem anschließenden Skitag mit den Mitarbeiter des Tourismusverbandes eingeladen. Bisher stehen wir bei 48 Zusagen.
Diese Aktion soll dazu genutzt werden, um die Anzahl unserer Fans zu steigern, indem jeder Teilnehmer auf seiner Pinnwand die originale Bezeichnung der Veranstaltung “Primo raduno Alta Pusteria Facebook” publizieren muss. Zudem unterstützen wir die Aktion durch PR-Aussendungen an die lokale Presse sowie die Arbeit unserer PR-Agentur auf dem ital. Markt.
Wir sind bereits sehr gespannt auf das Ergebnis und mich würde auch Ihre Einschätzung dieser Aktion sehr interessieren.
Hallo Matthias, ich finde die Aktion sympathisch, weil jeder einen Vorteil hat. Bei Gewinnspielen ist man ja schon rein statistisch oft nicht bei den Gewinnern dabei.
Natürlich ist eine eintägige Aktion ziemlich begrenzt. D.h. wer am 12.12. nicht vor hat bei euch zu sein, hat Null Anreiz, Fan zu werden. Doch das ist ja euer Ziel, oder?
Insofern eignet sich so eine Aktion als flankierende Maßnahme, um bestehende Fans bei Laune zu halten
Drehen wir den Spieß mal um:
Welche USP bietet irgendein Consulter, Experte
o.a. ? Im Grunde sind fast alle Blogs der verschiedenen Experten ja auch fast identisch. Es ist sehr, sehr schwierig für ein durchschnittliches österreichisches Familien-hotel (und das sind nun mal die meisten) eine USP zu finden…
PS: Sollte keine Kritik sein, nur mal ein Denkanstoss
Hallo Roland, im Gegenteil, ich bin “thrilled”! Was mich und meinen Blog von den anderen unterscheidet? Bei mir gehts hauptsächlich um die Praxis, nicht um die Theorie. Wenn ich mit meinen Kunden arbeite, dann geht es um die Umsetzung und nicht um theoretische Ansätze und elendslange Unterlagen.
Ich bin ganz bei Ihnen, es ist verdammt schwierig für etwas einen USP zu finden. Verdammt mit Großschrift! Wobei USP mit dem Anspruch des Alleinstellungsmerkmales ja auch sehr hochgegriffen ist. Einfacher ist ein Liste mit Argumenten zu bewerkstelligen.
Was das von Ihnen erwähnte durchschnittliche österreichische Familienhotel betrifft: Würde es mir gehören, würde ich anfangen mit einer Liste aller positiven Eigenschaften. Dabei hilft die Meinung der Mitarbeiter und der Gäste (auch auf den Bewertungsplattformen). Diese Liste würde ich mit den Vorteilen meinen Mitbewerbern vergleichen. Daraus ergibt sich dann schon ein guter Ansatz. Natürlich sollte das in den Vordergrund gerückt werden, was für Gäste auch wirklich interessant ist. Dann sollten Sie die Liste haben mit hoffentlich ganz vielen Argumenten, wieso Gäste zu Ihnen kommen sollten.
Und die gehört dann natürlich in allen Ihren Kommunkationsmaßnahmen “kommuniziert”.
Was halten Sie davon?
USP von Beherbergern: Mit ein wenig Grips kann das nicht so schwer sein: denn, wenn sich ein Haus nicht von anderen unterscheidet, warum sollten dann Gäste kommen? Allein schon die Gastgeberfamilie ist bei kleinen Betrieben ein entscheidender Faktor, vielleicht ein Spielplatz, Tiere, die Lage im Ort.
Dass auch kleine UaB, Wirte und Direktvermarkter sich gut positionieren können, beweisen unsere “Apfelstraßen-Verführer”: Sie haben soeben die 43. Kundenzeitung herausgegeben, die 42. liegt im Downloadbereich der ÖW:(http://brochures.austria.info/de_AT/brochures/show/974-Apfelstrassen–Verf%C3%BChrer–Erlebnisfahrt-
An einer elektronischen Version (facebook oder blog) wird gerade getüftelt.
Hallo Josef, danke für den Beitrag. Ich habe in den letzten Tagen viel über dieses Thema nachgedacht. Meine Conclusio: Es liegt am Begriff, der irgendwie abschreckt.
Freue mich dann auf die elektronische Version!