Wie lange wird Web 2.0 überhaupt noch ein Thema sein? Ist das nicht schon ein alter Hut? Diese Frage stellte mir letztens eine Bekannte.
Meine Meinung:
- Fixer Bestandteil Web 2.0-Technologien und Social Media-Möglichkeiten werden fixer Bestandteil des "normalen" Webs. Nicht jede Webseite wird sämtliche Instrumente integrieren. Nicht jedes Unternehmen wird sich auf jeder Plattform ein Forum verschaffen. Denn nicht für jedes Unternehmen ist jedes Tool sinnvoll. Der Einsatz hängt vom Geschäftsmodell, von den Ressourcen und von der Zielgruppe ab. Ja, und natürlich auch von der Aufgeschlossenheit des Unternehmens.
- Evolution Web 2.0-Technologien und das Social Media-Spektrum entwickeln sich weiter, manchmal kontinuierlich, manchmal eher in überraschend-überwältigenden Phasen. Ganz so wie die Entwicklungsschritte von Kindern (wie ich als Mutter einer mittlerweile 7 Monate alten Tochter beobachten kann). Neuestes Beispiel sind Google Sidewiki (mehr Infos & Video), die kontinuierliche Verbesserung vom Google Branchencenter und auch Google Coupons.
- Newcomer Google und Facebook werden nicht die einzigen Player bleiben, die uns immer wieder mit Neuentwicklungen überraschen. Und natürlich werden sich nicht alle Angebote durchsetzen. Manche werden verschwinden, manche sich nie durchsetzen, neue scheinbar aus dem Nichts auftauchen. Aber fest steht: Wir können auf keinen Fall mehr zufrieden die Hände in den Schoß legen, nur weil der letzte Relaunch wenige Monate zurück liegt.
- Relaunches Letzteres ist kein neues Phänomen. Schon als ich Ende der 1990er-Jahre für den Relaunch von Webseiten verantwortlich war, begann die Planung für den nächsten Relaunch gleich am nächsten Tag. Damals bezog sich das aber eher auf das Screen-Design, nette Tools, mehr Content und Usability. Ach ja, und auf mehr Interaktivität.
- Interaktivität Mit dem Web 2.0 und Social Media gewinnt der Begriff Interaktivität ganz neue Dimensionen. Die Google Tools, die ich oben erwähnte, aber auch die Aktivitäten auf Facebook bringen uns immer weiter zu den vor 10 Jahren "niedergeschriebenen" Thesen des Cluetrain Manifesto.
- Altes Marketing vs. Neues Marketing Ein Aber habe ich schon. Es wird von den "Gurus" immer gerne wird angeführt, dass Unternehmen mittels dieser Tools mit ihren Kunden reden sollen. Das alte Marketing sei überholt. Ich kann das nicht bedingungslos unterschreiben. Es ist nicht jedem Unternehmen vergönnt, dafür die Zeit und die Ressourcen zu haben. Dennoch, sollte jedes Unternehmen eine Person im Team wissen, die ein sehr gutes Grundwissen über das Social Web hat. Damit Sie dann nicht vom Status Quo "überrollt" werden. Ich beziehe mich nicht nur auf die Tourismusbranche. Das gilt auch für Handwerker und Gewerbetreibende.
Als das Internet Mitte der 1990er-Jahre erstmal massentauglich wurde, erzählte ich meiner Mutter, dass ich unbedingt beruflich "etwas mit dem Internet" machen wollte. Leider, so bedauerte ich, sei es schon zu spät für mich. Mit dem Studium der Rechtswissenschaften hätte ich den falschen Weg beschritten.
Meine Mutter meinte damals, es sei nie zu spät. Sie behielt Recht. Und - o, wie war der wilde Westen des Webs schön - mittlerweile verdiene ich seit über 11 Jahren meine Brötchen mit dem Internet!
Sie sind unentschlossen? Dann möchte ich Sie ermutigen: Es ist nicht zu spät, um sich mit diesen neuen Möglichkeiten zu beschäftigen. Wir stecken- gerade auch im deutschsprachigen Raum - immer noch in den Kinderschuhen. Fangen Sie heute an!
Dann gehören Sie ebenso zu den "Pionieren", wie jene Unternehmen, die Mitte/Ende der 1990er Jahre mit statischen Webseiten experimentieren.
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