
Dr. Peter Schütt ist Leiter für Knowledge Management für Zentraleuropa im Bereich IBM Software Services for Lotus. Sein Vortrag über Web 2.0 bzw. Business Social Networking bei IBM war brechend voll. Ich saß neben der Bühne im Staub. Und es hat sich gelohnt.
Bei IBM gibt es weltweit 3.500 aktive Blogger, die mindestens zweimal in der Woche neue Einträge posten. Über 20.000 Mitarbeiter nutzen bei ihrer Arbeit Wikis, Social Bookmarking, Tagging, Instant Messaging und Chats. Wer hätte das gedacht.
Seine zentralen Aussagen bei der re:publica 2007 in Berlin:
Der Einsatz von Web 2.0 führe anfangs zu einer gewissen Verunsicherung. Aber: Chaos muss zugelassen werden, wenn man einen Innovationsschub erzielen möchte.
Er zeigt uns die Studie von Jesper Koll – Chef-Ökonome der Investmentbank Merrill Lynch und Innovationsexperte – nach der die Quelle für neue Ideen und Innovationen in erster Linie Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kunden vor der Forschungs- & Entwicklungsabteilung sind. Web 2.0 ist hier ein Mittel um an dieses Wissen zu kommen, und daher essentiell.
Aber, durch Web 2.0 hat sich die Rolle des Managements bei IBM geändert. Früher bekamen Mitarbeiter Infos und Know-how vom Chef und von KollegInnen, heute hauptsächlich via Intranet. Bei IBM werden folgende Technologien eingesetzt:
- Tagging!
- Blogs & Wikis für den Austausch von Infos durch RSS-Feeds (statt der gefürchteten Massenmail an Alle)
- Instant Messaging für Echtzeit Informationen ganz stark in Teams
- Bookmarks, Tagclouds
- Directory – "Blue Pages" siehe unten
- Aufgabensteuerung, um Ziele voranzubringen
- Community Tools zur Gruppenbildung
"Gelbe Seiten", die bei IBM "Blue Pages" heißen, ermöglichen es nicht nur Experten & Ansprechpersonen zu finden. Diese Blue Pages sind mit rund 50 typischen Web 2.0 Anwendungen verbunden und werden bei Änderungen automatisch aktualisiert. Dabei wurden die erfolgreichsten Funktionen von Xing, delicious, MySpace, Blogger, etc. imitiert bzw. eingebunden. Und: Auch die Ex-MitarbeiterInnen sind darin vorhanden! So geht garantiert kein Wissen verloren.
Damit das alles funktioniert, ist laut Schütt ein Info-Ökosystem notwendig. Automatisches Aktualisieren und effizientes Verbinden der Anwendungen ist die Grundlage zur Nutzung durch die MitarbeiterInnen.
Arbeitsprozesse ändern sich durch den Einsatz von Social Business Networking. Das Management muss bereit sein, das zu akzeptieren. Verständnis von MitarbeiterInnen ist nicht automatisch gegeben. RSS-Reader werden immer noch selten benutzt. Die Wiki-Kultur ist unterentwickelt und in Firmen werden Fehler, die Chefs und Kollegen in Wiki unterlaufen, ungerne verbessert. Mangelnde Fehlerkultur.
Für Schütt ist der funktioniernde Einsatz von Web 2.0 in deutschen Unternehmen eine Standortfrage. Denn Wissenmanagement sei überlebenswichtig. Aktive MitarbeiterInnen sind notwendig, die werden Karriere machen. Der Wandel wird nicht ohne ein "kontrolliertes" Chaos gehen. Dieses muss zugelassen werden. Social Networking Lösungen haben Berechtigung in Unternehmen.
Was bedeutet das für Touristiker:
Das meiste versteht sich von selbst. Funktionierende Web 2.0 Anwendungen, die in ein Intranet eingebunden sind, herkömmliche Medien ersetzen (wie die Telefonliste) vernetzen MitarbeiterInnen, verbessern deren Wissensmanagement über die eigenen Services und heizen Innovationen im Unternehmen an.
Schließlich ist jeder Tourismusmitarbeiter mehrere Wochen im Jahr auch ein Tourist. Hier gibt es doch praktische Erfahrungen, die man mit den beruflichen verbinden kann, um das Service zu verbessern und neue Innovationen zu entwickeln.
Über Karin Schmollgruber /passion PR: Die Pionierin für Online-Kommunikation ist Vortragende, Seminar-Leiterin für den Einsatz von Social Media und (PR-)Beraterin – mit Schwerpunkt Tourismusbranche. Zu ihren Kunden gehören u.a. Österreichische Hoteliervereinigung, APA-OTS Tourismuspresse, Katla Travel und Hotels in D/A/CH. Seit 2006 bloggt die Austro-Chilenin & studierte Juristin auf fastenyourseatbelts.at über Do’s und Don’ts in Social Media und Online-Kommunikation. Für noch mehr handfeste Umsetzungstipps bestellen Sie ihren Newsletter auf passionpr.at/impuls





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