Zum Osterfest möchte ich anhand meines letzten Urlaubs das veränderte Verhalten bei Reiseentscheidung und Urlaubsplanung illustrieren.
Früher
- Inspiration durch Werbung, TV, Film & Reiseführer (später auch Web)
- Inspiration durch Empfehlungen von Bekannten und Reisebüros
- Recherche nach Tourismusbüros (Gelbe Seiten, Werbung, Messen, Botschaften, später auch Web) und Bestellung von Infomaterial
- bzw. Besuch eines Reisebüros
- Bestellen von Katalogen bzw. Mitnahme von Katalogen aus dem Reisebüro
- Bitte um Kataloge und weitere Infos bei den Anbietern per Post oder Telefon (später auch E-Mail oder Online-Formular)
- Studieren der Kataloge, Preislisten und Prospekte
- Anfragen nach offenen Plätzen und Preisen direkt per Telefon, Fax, Brief bzw. über Reisebüro
- Buchung im Reisebüro, per Telefon, Fax, Brief, etc. bzw. vor Ort
Heute
- Inspiration durch Werbung, TV, Film & Reiseführer, Internet, E-Newsletters
- Empfehlungen von Bekannten und vom Reisebüro
- Empfehlungen, Information & Inspiration durch Bewertungen auf Bewertungs-Plattformen wie Holidaycheck, Tripadvisor, Yahoo Trip Planer, etc.
- Inspiration durch Buchungs-Plattformen wie Restplatzbörsen, Expedia, Hotel.de, HRS, usw.
- Recherche per Google nach Destinationsinfos im Internet, Destinationsseiten von Tourismusbüros, Reisechannels von Zeitungsportalen, Blogs, Flickr, YouTube, Wikimapia
- Online-Preisvergleich der verschiedenen Buchungsplattformen (siehe 4)
- evtl. zusätzliche Recherche auf Webseiten der Hotels
- Ausdrucken der Infos & Downloads
- Abfrage nach offenen Plätzen und Preisen online, per Mail oder telefonisch
- Buchung online bei Plattformen, über Anbieter-Website (Hotel, Veranstalter, Fluglinie, etc.) oder Vermittler (Tchibo, Restplatzbörse, etc.)
- oder Buchung im Reisebüro
- oder Ersteigern bei Ebay oder OneTwoSold
- oder Buchung vor Ort
- evtl. Bestellung von Extra-Katalogen und Prospekten bei Tourismusbüro
Es ist eine Welt des Informationsüberflusses:
-mehr Infos durch die Anbieter selbst: Internet, Newsletter, Online-Werbung
-mehr Infos objektiver Natur : Google Earth, Wikipedia, Wikimapia, Wikitravel, etc.
-mehr Infos von "Insidern": Fotogalerien auf Flickr, Plattformen oder Privatsites bzw. Blogs
Wird dadurch die Reiseentscheidung und die -planung erleichtert? Das kommt auf die Perspektive an. Ja, wenn es um die Abfrage von Verfügbarkeit, Buchung, Preis und oberflächliche Infos gibt. Durch die Fülle der Information steigen aber auch die Ansprüche. Denn es schmerzt umso mehr, wenn man in einem unsagbar hässlichen Hotel in einer furchtbaren Gegend landet, wenn dieser Fehler durch eine "kurze" Internetrecherche auf den diversen Bewertungsplattformen vermeidbar gewesen wäre. Und vom Information-Overload möchte ich gar nicht erst sprechen.
Zukunftsorientierte TouristikerInnen sollten jedenfalls danach streben, sich in den oben beschriebenen Informationsprozess tunlichts einzuklinken. Am besten mehrmals, je mehr Kontaktpunkte, desto besser.






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Die Gegenüberstellung “gestern – heute” mag zwar auf den ersten Blick suggerieren, dass es heute aufwändiger wäre (14 Punkte gegenüber 9), aber es ist genau umgekehrt. Die Informationsqualität ist besser (in Volumen, Inhalt, Schnelligkeit und Authentizität). Bin gerade selber von einem Urlaub zurück gekommen, den wir komplett via Internet ausgesucht und gebucht hatten. War ein voller Erfolg. Das (paradiesische) Hotel z.B. hätten wir über ein Reisebüro gar nicht angeboten bekommen, da es bei keinem Veranstalter gelistet ist.
Ich bin ganz bei dir: Es sind jetzt mehr Punkte, weil die Möglichkeiten mehr geworden sind. Die Suche ist aber immer noch schwierig. Gerade bei der Osterinsel muss man sehr viel Zeit in die Recherche stecken.
Okay, Osterinsel ist ja nun wirklich keine alltäglich Desination
Nicht dass wir uns falsch verstehen: JA, es ist BESSER mit dem Internet. Ich bin nicht mehr vollständig auf die Reisebüros und auf die Willkür der Anbieter vor Ort angewiesen.
Aber bestimme Routen kann ich dennoch nicht online buchen: z.B. Gabelflüge Santiago, Hanga Roa, Quito – Ecuador. Das geht zwar bei LanChile, kostet aber ein Vermögen. Ich hab auch vergeblich versucht, Lima, Cuszo, Quito online zu buchen. Es ist schlicht nicht sinnvoll.
Hier tut Web 3.0 jedenfalls Not.
Was ich mit meinem Artikel ausdrücken wollte: Reisende haben eine Riesenauswahl und Zugang zu Geheimtipps und Insiderinfos, die nicht von ihren Bekannten, Arbeitskolleginnen und Familie stammen. Als Touristiker muss man sich dessen bewusst sein und versuchen, diesen Prozess zu unterstützen bzw. für den Gast zu vereinfachen.