

Die deutschsprachige Hotelbewertungs- und -Buchungsplattform HolidayCheck legt ein ordentliches Tempo vor: Neuerdings können Nutzer auch Tipps zur Destination im Wiki-Stil erstellen (beispielsweise die Masca Schlucht auf Teneriffa.) Besucher konnten schon bisher Urlaubsfotos uploaden sowie Sehenswürdigkeiten, Ausgehtipps und andere Informationen beschreiben
und bewerten. Gegründet wurde HolidayCheck bereits 1999. Ich habe mit dem Unternehmenssprecher Dr. Axel Jockwer ein Interview geführt.
Nutzen Hotelmanager die Stellungsnahme- und Info-Funktionen, die HolidayCheck bietet?
Ja, dieses Feature wird an sich gut angenommen – wenn auch nicht so umfassend wie erwartet. Und das, obwohl es ein kostenloser Service ist. Wenn wir mit Hoteliers kommunizieren, weisen wir immer auf den Zugang hin.
Wie schnell können Sie "Beschwerden" von Hoteliers bearbeiten?
Beschwerden werden, so es unsere Kapazitäten erlauben, wie alle eingehenden Anfragen umgehend bearbeitet. Ganz egal ob per Anruf, E-Mail oder Fax. In der Regel geht die erste Antwort noch am selben Tag raus. Auch Neuigkeiten aus den Hotels werden schnell bearbeitet und gehen dabei einen ähnlichen Weg wie eine freizuschaltende Hotelbewertung.
Haben Sie eine Statistik über die Nutzung dieser Funktionen durch Hoteliers?
Wir haben knapp 900 freigeschaltete Hotelzugänge und etwas über 200 aktivierte News von Hoteliers. Viele nutzen diese Funktion aber auch, um Bilder hochzuladen und eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn neue Bewertungen online gehen. Im Verhältnis zu über 30.000 bewerteten Hotels ist die Aktivität seitens der Hoteliers natürlich noch bescheiden.
Kennen Sie Hoteliers, die ihre Gäste aktiv auffordern, auf HolidayCheck zu posten?
Dieser Trend verstärkt sich, es schein nämlich, als sei HolidayCheck endgültig in der Destination angekommen. Der Hotelier zeigt seinen Gästen mit dieser aktiven Aufforderung, dass er keine Angst vor öffentlicher Kritik hat. Er steht zu seinem Produkt und seinen Serviceleistungen. Das wird von den Gästen geschätzt.
Können Sie Best-Practice-Hotels nennen?
Aktuell: Die Cordial Gruppe in Gran Canaria legt jedem Gast ein entsprechendes Anschreiben aufs Zimmer. Das Familotel „Zum Steinbauer“ ist ein weiterer Fall von best practice: Er hat eine negative Bewertung an sein „Schwarze Brett“ geheftet und so alle zufriedenen Gäste ermutigt, ihre Meinung abzugeben. Inzwischen gehört das Hotel zu den am häufigsten bewerteten Häusern in Deutschland. (Siehe www.zum-steinbauer.de und die Presseaussendung.)
Wie stehen Sie zu Web 2.0 bzw. Travel 2.0?
Die Kernkompetenz von HolidayCheck ist qualitativ hochwertiger User Generated Content. Wir haben „Web 2.0“ praktiziert, als es den Begriff noch gar nicht gab. Inzwischen steht unser Name quasi synonym für Travel 2.0.
Wie werden sich Ihrer Meinung nach Bewertungsplattformen und Co weiterentwickeln?
Kurzfristig springen nun die meisten Reisebüros, Veranstalter und Buchungsplattformen auf den Web-2.0-Zug auf. Urlaubermeinungen und sonstige Beiträge werden mittelfristig zum festen Bestandteil auf Travel-Portalen. Immer wichtiger wird die Existenz und Pflege einer echten Online-Community. Langfristig wird es um Urlaubswelten passend zu Lebenswelten gehen.
Lesen Sie hier wie HolidayCheck mit falschen Bewertungen umgeht.






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Eine gute Frage wäre noch gewesen, wie häufig Hotelliers Fake-Einträge in Holidaycheck einstellen und wie HC damit umgeht. Soll ja schon vorgekommen sein
Die ÖHV gewährt Mitgliedsbetrieben inzwischen juristische Unterstützung, wenn sich Hoteliers in Bewertungsplattformen “ungerecht”-fertigt kritisiert fühlen.
Interessant wäre, wie Holiday Check künftig strategisch reagieren wird, wenn Touristiker auf kritische Kommentare sofort mit der juristischen Keule winken.
Aus meiner Sicht ist es eine schwierige Entscheidung hier gelassen oder pro-aktiv zu reagieren (Und Kommentare etwa sicherheitshalber zu entfernen sobald Schreiben von Rechtsanwälten mit Anrohung auf Klage oder einstweilige Verfügung auch nur einlangen …)
Gute Frage. Als Juristin weiß ich, wie schwierig es ist, den Rechtsweg zu begehen. Der deutsche Hotelverband geht da übrigens ganz andere Wege.