Vor einigen Tagen hat mich der Journalist Wolfgang Gemünd
für das Branchenmagazin Tourismus Intern der Niederösterreich Werbung zum Thema
Tourismusmarketing und Travel 2.0 interviewt. Unter anderem stellte er die
berechtigte Frage, ob der Einsatz eines Podcasts für alle Anbieter
touristischer Leistungen Sinn mache.
In dem Moment stiegen vor meinem inneren Auge die
typischen Website-Auftritte der heimischen Pensionen und Hotels auf. Nicht
wenige dieser Betriebe stoßen beim Beantworten von fremdsprachigen E-Mailanfragen
an ihre Grenzen – von Newsletter-Marketing ganz zu schweigen. Aber gleichzeitig leistet sich
so manches dieser (größeren) Hotels erstklassige Print-Newsletter. Die „E-Kompetenz“
wird also nicht so ernst genommen wie klassische Marketingmaterialien.
Ja, ich finde, dass der Einsatz von Podcasts für
Destinationen absolut viel versprechend ist. Einige internationale
Tourismusverbände bieten sie bereits an. Meist handelt es sich um klassische
Audio-Sightseeingtouren. Für wunderbar halte ich die Podcast-Serie zur
Rembrandt-Ausstellung der Berliner Gemäldegalerie. Anerkannte
Rembrandt-Experten geben einen seriösen und doch unterhaltsamen Einblick in den
Werdegang des Meisters. Jede Woche stellte der Direktor der Gemäldegalerie ein Werk aus der Ausstellung ausführlich vor, das
Rembrandt in der jeweiligen Phase seines Lebens schuf.
Air Berlin hat ja bereits vor zwei Jahren ein Werbe-Blog
mit Wien-Tourismus inszeniert. Jetzt hat ihre Agentur Interwall in Kooperation mit Zürich
Tourismus einige Podcasts speziell für die Weihnachtsaktion umgesetzt. Versprochen werden Insidertipps
von "waschechten" Zürchern. Man muss schon ein wenig geschickt sein, um diese
anzuklicken. Ein aufwändiges Screendesign steht hier zu sehr im Vordergrund, das
ist leider nicht sehr benutzerfreundlich. Mir ist es nach einigem Tüfteln
gelungen die Folge über Weihnachtsmärkte anzuhören. Und ich habe sogar ein
wenig verstanden!
Für eine Pension oder ein Hotel kann sich der Aufwand auszahlen, wenn man wirklich etwas zu erzählen hat oder etwas erzählen will. Ich denke da etwa an das Grand Hotel Panhans am Semmering, eines meiner Lieblingshotels. Hier finden laufend interessante Veranstaltungen statt wie Konzerte, Festwochen und Events. Bedeutende Künstler und Dichter, Prominente und Politiker sind im letzten Jahrhundert im Panhans abgestiegen. Eine Umsetzung dieser Geschichte als Podcast ist eine Investition, die sich durchaus lohnen würde.
Ich bin überzeugt, dass sich Podcasts für Destinationen durchsetzen werden.
Je authentischer diese sind, desto größer wird der Nutzen sein. Es
muss aber nicht unbedingt eine fortlaufende Serie sein: Tourismusverbände mit weniger Ressourcen
können durchaus ein begrenztes Sortiment mit Infos über ihre Topattraktionen
und Vorzüge anbieten. Ein laufend erscheinender Podcast
bietet natürlich die bessere Chance zum Dialog mit den Gästen.
Über Karin Schmollgruber /passion PR: Die Pionierin für Online-Kommunikation ist Vortragende, Seminar-Leiterin für den Einsatz von Social Media und (PR-)Beraterin – mit Schwerpunkt Tourismusbranche. Zu ihren Kunden gehören u.a. Österreichische Hoteliervereinigung, APA-OTS Tourismuspresse, Katla Travel und Hotels in D/A/CH. Seit 2006 bloggt die Austro-Chilenin & studierte Juristin auf fastenyourseatbelts.at über Do’s und Don’ts in Social Media und Online-Kommunikation. Für noch mehr handfeste Umsetzungstipps bestellen Sie ihren Newsletter auf passionpr.at/impuls






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